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Fundraising-Events: Gen Z mit Streaming und mehr begeistern

Geschrieben von iRaiser Team | 27.05.2026 12:19:34

Die jüngeren Generationen verändern die Regeln des Fundraisings, und Fundraising-Events entwickeln sich mit ihnen weiter.

Heutzutage erwarten Unterstützer*innen der Generation Z und der Millenials mehr als nur zu spenden; sie wollen aktiv mitwirken.

Neue Generationen treiben interaktivere Formate wie Livestreams, Community-Fundraising-Events und wettbewerbsbasierte Kampagnen voran.

In Deutschland verdeutlichen Veranstaltungen wie der „Friendly Fire Charity Stream“ diesen Wandel. Jedes Jahr kommen bekannte Creator zu einem Live-Streaming-Event zusammen, das ein großes Publikum mobilisiert und Millionen von Euro für gemeinnützige Organisationen einbringt.

In ganz Europa entstehen ähnliche Formate, von Creator-geführten Livestreams bis hin zu gemeinschaftsbasierten Fundraising-Challenges. 

Diese Formate entwickeln sich zu starken Einstiegspunkten dafür, wie Menschen Anliegen entdecken und unterstützen. 

In diesem Artikel untersuchen wir:

Die neue Rolle von Fundraising-Events beim Online-Fundraising
Streaming-Fundraising: Ein neuer Motor für Online-Spenden
Challenge-basiertes Fundraising: Teilnahme in Dynamik verwandeln
Fazit und wichtige Erkenntnisse
FAQ: Jüngere Generationen für Fundraising-Kampagnen gewinnen

 

Die neue Rolle von Fundraising-Events beim Online-Fundraising


Unterstützer*innen spenden nicht mehr nur, sie nehmen teil

Lange Zeit folgte Fundraising einem recht linearen Pfad: Ein Unterstützer erhielt eine Nachricht, klickte auf ein Spendenformular und leistete einen Beitrag. 

Heute wollen Unterstützer*innen teilnehmen, interagieren und auf sichtbare Weise beitragen.

Dieser Wandel spiegelt umfassendere Veränderungen im Online-Fundraising wider. Die Spenderreise (Donor Journey) wird schrittweiser und vertrauensbasierter, geprägt durch mehrere Kontaktpunkte statt einer einzigen Interaktion. 

Wir beobachten:

  • ein stärkeres Bedürfnis nach persönlicher Verbindung,

  • einen Anstieg von gemeinschaftsbasiertem Geben.,

  • steigende Erwartungen an Vertrauen und Transparenz.

 

Der Anstieg von gemeinschaftsbasierten Fundraising-Aktionen und -Kampagnen

Digitale Plattformen wie Twitch, YouTube, TikTok und Instagram haben Fundraising in eine soziale und sichtbare Aktivität verwandelt. Spenden werden heute oft in Echtzeit geteilt und verstärkt. 

Gleichzeitig werden Creator und Botschafter zu Schlüsselfiguren der Fundraising-Bemühungen. Sie bringen engagierte Communitys, Vertrauen und eine authentische Stimme mit.

Infolgedessen wird Fundraising nicht mehr nur von Organisationen geleitet: Es wird zunehmend von der Community getrieben, von Creatoren geführt und um gemeinsame Erlebnisse herum aufgebaut.

Ein großartiges Beispiel ist die Kampagne der Creatorin Irena (@Healthy Omnomnom) zugunsten von Polish Humanitarian Action

Indem sie ihr E-Book gegen eine Mikrospende (ca. 1 €) anbot, mobilisierte sie ihre Community und sammelte über 18.000 € (816 % ihres Ziels).

Was ist eine Mikrospende? 

Mikrospenden sind kleine (oft impulsive) Beträge, die es Unterstützer*innen ermöglichen, ohne finanzielle Belastung beizutragen. Weitere Beispiele sind Aufrundungsspenden bei Transaktionen oder kleine monatliche Beträge. Sie sind ein guter Einstiegspunkt für eine langfristige Spenderbeziehung.

Warum diese Formate bei jüngeren Generationen Anklang finden

Diese neuen Formate und Fundraising-Events funktionieren besonders gut bei jüngeren Zielgruppen, da sie deren Online-Verhalten und Erwartungen an das digitale Spenden entsprechen. 

Sie bieten:

  • Gamification: Durch Challenges, Ziele und Meilensteine wird die Teilnahme spannend.

  • Sofortiges Feedback: Live-Spendenzähler und sichtbare Fortschritte.

  • Echtzeit-Interaktion: Durch Kommentare, Reaktionen und gemeinsame Momente.

  • Ein klares Gefühl von Wirkung: Unterstützer sehen sofort, welchen Unterschied ihr Beitrag macht.

Dieser letzte Punkt ist entscheidend: Jüngere Unterstützer*innen wollen sich nützlich fühlen und sehen, dass ihre Aktion, egal wie klein sie auch sein mag, zu etwas Realem beiträgt.

Streaming-Fundraising: Ein neuer Motor für Online-Spenden


Was ist ein Streaming-Fundraising-Event? 

Ein digital-first Format, das Inhalte, Interaktion und Echtzeit-Spenden kombiniert.

Gängige Formate sind:

  • Gaming-Streams

  • Live-Challenges

  • Q&A-Sessions oder Talkshows

  • Hybrid-Formate (Online- und Offline-Elemente)

Immer mehr gemeinnützige Organisationen integrieren Streaming in ihr Fundraising, um ihre Unterstützer*innen auf dynamische und interaktive Weise einzubinden.

Warum Livestream-Fundraising rasant wächst

Events wie der „Friendly Fire Charity Stream“ zeigen, wie wirkungsvoll dieses Format sein kann, wenn Engagement und Community aufeinandertreffen.

Livestreams schaffen eine hochgradig interaktive Umgebung, in die Teilnehmenden sofort reagieren und beitragen können. 

Die Transparenz ist hoch, da das Publikum die Kampagne in Echtzeit entfalten sieht. In Kombination mit sichtbaren Spendenzielen entsteht eine Dynamik, die Menschen dazu ermutigt, „im Moment“ zu spenden.

Ein Praxisbeispiel: Stream for Humanity

Ein großartiges Beispiel hierfür ist Stream for Humanity, eine von Creator geleitete Initiative, die über zwei Editionen hinweg mehr als 5 Millionen Euro für Ärzte ohne Grenzen Frankreich gesammelt hat. 

Über 30 Streamer und Creator nahmen teil, und Unterstützer*innen konnten über ein spezielles Spendenformular in Echtzeit spenden.



Challenge-basiertes Fundraising: Teilnahme in Dynamik verwandeln


Was macht eine erfolgreiche Challenge-Kampagne aus?

Challenge-basierte Kampagnen entwickeln sich zu wirkungsvollen Hebeln für das Fundraising. Die meisten erfolgreichen Challenges basieren auf einfachen Prinzipien:

  • ein klares und einfaches Ziel

  • eine Aktion, die leicht nachzumachen ist

  • eine starke soziale Dimension (Einladen, Nominieren, Teilen)

  • ein definierter Zeitrahmen, der Dringlichkeit erzeugt.

Ein bekanntes Beispiel ist die WWF Earth Hour. Was als symbolischer „Lichter aus“-Moment begann, hat sich zu einer globalen Bewegung entwickelt, die Menschen dazu ermutigt, „eine Stunde für die Erde zu spenden“.

Im Kern folgen erfolgreiche Challenge-Kampagnen einer einfachen Formel: Mach es einfach, mitzumachen, einfach zu teilen und lohnenswert, die Herausforderung zu meistern.

Die Kombination von Online-Aktivitäten mit einer Live-Veranstaltung zeigt, wie Challenge-Kampagnen sowohl die Bekanntheit als auch das Gemeinschaftsgefühl rund um ein Anliegen stärken können.

Warum Challenge-Kampagnen die Beteiligung fördern

Challenge-Kampagnen funktionieren, weil sie die Menschen dazu ermutigen, sich zu engagieren, und nicht nur zu spenden.

Diese Kampagnen basieren auf einer starken Gruppendynamik:

  • Peer-to-Peer-Fundraising erzeugt einen Netzwerkeffekt

  • eine Schneeball-Dynamik motiviert Teilnehmer*innen, andere einzubeziehen

  • niedrige Einstiegshürden machen es leicht, mitzumachen

  • und eine Mischung aus Spaß und emotionalem Engagement motiviert die Teilnehmenden


Von viralen Challenges bis hin zu hybriden Fundraising-Formaten

Challenge-Kampagnen haben sich im Laufe der Zeit stark weiterentwickelt. Ausgehend von frühen viralen Kampagnen wie der ALS Ice Bucket Challenge gibt es heute eine große Vielfalt an Formaten, von Social-Media-Challenges bis hin zu Gaming-Marathons.

Diese Kampagnen werden zunehmend mit Online-Fundraising-Tools kombiniert, um den Spendenprozess zu vereinfachen und ihre Wirkung zu maximieren.

Zum Beispiel:

  • eine körperliche Herausforderung (wie ein Lauf oder ein Marathon) wird oft mit persönlichen Spendenseiten kombiniert.

  • eine Social-Media-Challenge kann den Traffic auf ein Online-Spendenformular oder eine Crowdfunding-Plattform lenken.

Ein gutes Beispiel für einen hybriden Ansatz ist Aktiv mot kreft. Diese norwegische gemeinnützige Organisation hat sich während des NYC-Marathons mit einem Influencer zusammengetan. Durch die Kombination einer körperlichen Herausforderung mit digitaler Mobilisierung hat die Kampagne 18.000 € eingebracht und online ein breites Publikum erreicht.

Fazit und wichtige Erkenntnisse

Streaming-Events, Peer-to-Peer-Kampagnen und Challenges sind nicht nur neue Formate im Online-Fundraising. Sie spiegeln einen tieferen Wandel in der Verbindung zu sozialen Anliegen wider. Die jüngeren Generationen sind nicht weniger engagiert, sie engagieren sich nur anders. Sie erwarten Teilhabe und Authentizität, bevor sie eine Spende in Betracht ziehen.

Für gemeinnützige Organisationen bedeutet dies, dass sie die Rolle von Fundraising-Veranstaltungen neu überdenken sollten: nicht nur als Gelegenheiten, Spenden zu sammeln, sondern als Chancen, Erlebnisse zu schaffen, Gemeinschaften aufzubauen und langfristiges Engagement zu fördern.

Diese Formate eröffnen neue Wege, um Unterstützer*innen zu gewinnen, einzubinden und zu mobilisieren, insbesondere in einer digital geprägten Umgebung, in der Interaktion und Authentizität wichtiger denn je sind.

FAQ: Jüngere Generationen für Fundraising-Kampagnen gewinnen

Hier sind einige der häufigsten Fragen, die gemeinnützige Organisationen stellen, wenn sie versuchen, die Generation Z und Millennials für Fundraising-Kampagnen zu gewinnen:

Warum funktioniert Livestream-Fundraising bei jüngeren Generationen so gut?

Livestream-Fundraising funktioniert, weil es Unterhaltung, Interaktion und Echtzeit-Wirkung vereint. Jüngere Zielgruppen wollen nicht nur spenden: sie wollen mitmachen, reagieren und sich als Teil einer Gemeinschaft fühlen.

Funktionen wie Live-Chat, Spendenzähler und interaktive Challenges schaffen ein Gefühl von Unmittelbarkeit und Gemeinschaft, was das Engagement und spontane Spenden deutlich steigern kann.

Wie können gemeinnützige Organisationen effektiv mit Content-Creators zusammenarbeiten?

Gemeinnützige Organisationen sollten Creators als Partner und nicht nur als einfache Multiplikatoren betrachten. Die effektivsten Kampagnen werden gemeinsam erstellt, sodass Creator die Botschaften an ihr Publikum und ihren Kommunikationsstil anpassen können.

Creator bringen drei wesentliche Vorteile mit: ein engagiertes Publikum, bereits bestehendes Vertrauen und eine authentische Art der Kommunikation, was besonders wichtig ist, wenn man jüngere Generationen ansprechen will.

Was macht eine Online-Spenden-Challenge erfrolgreich?

Eine erfolgreiche Spenden-Challenge ist einfach, sozial und zeitlich begrenzt. Sie sollte leicht zugänglich und leicht zu teilen sein und auf einem klaren und motivierenden Ziel basieren.

Elemente wie die Nominierung durch Freunde, die Verfolgung des Fortschritts auf eurer Spendenplattform und ein festgelegter Zeitrahmen helfen dabei, Dringlichkeit zu erzeugen und die Teilnehmenden dazu zu motivieren, andere einzubeziehen.

Warum sind Mikrospenden beim Online-Fundraising so effektiv?

Mikrospenden senken die Einstiegshürde, indem sie es Menschen ermöglichen, schnell und reibungslos kleine Beträge zu spenden. Dies ist besonders effektiv bei jüngeren Zielgruppen, die an schnelle Interaktionen über ihr Smartphone gewohnt sind.

In Kombination mit Echtzeit-Feedback und sozialem Engagement können Mikrospenden die Beteiligung deutlich steigern und als erster Schritt zu einem stärkeren Engagement dienen.

Wie können gemeinnützige Organisationen Engagement in langfristige Beziehungen zu Spender*innen umwandeln?

Engagement ist oft der Ausgangspunkt, nicht das Endziel. Die Teilnahme an einem Livestream oder einer Challenge kann im Laufe der Zeit zu einem stärkeren Engagement führen.

Um langfristige Beziehungen aufzubauen, sollten gemeinnützige Organisationen bei den Teilnehmer*innen nachfassen, die Kommunikation personalisieren und alle Formen des Engagements anerkennen, nicht nur finanzielle Beiträge.